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    AlpTransit Besucherzentrum, Pollegio, Ticino

    2003
    Pollegio

    in Zusammenarbeit mit Atelier Oï (Ausstellung)

    Das Besucherzentrum in Pollegio ist das erste von zwei Gebäuden, welche an beiden Portalen des neuen Gotthard- Bahntunnels ein bleibendes Zeichen für die Bedeutung und Komplexität dieses Jahrhundertbauwerks darstellen.
    Für Reisende, welche die Region durchfahren, sind die visuellen Eindrücke von der Tunnel- Baustelle viel zu gering, um sich deren Umfang bewusst werden zu können. So ist der Zweck des Besucherzentrums in Pollegio in erster Line, die Bedeutung und Tragweite dieses Unternehmens darzustellen, "das Unsichtbare sichtbar zu machen". Die 57 Kilometer durch den Berg stellen eine gewaltige Herausforderung an die heutige Zeit und Technik dar.
    Für die "Hülle" des Besucherzentrums wurde Ausbruchmaterial des Gotthard-Basistunnels verwendet. Das aus gebrochenen Gneisstücken mit einer Korngrösse von 100 - 150 mm anfallende Material ist mit Steinschlagnetzen zu grossen "Paketen" verbaut; diese bilden durch ihre Disposition der Zwischenräume die räumliche Grundstruktur des Besucherzentrums. Die Hauptnutzungen sind zweigeschossig in leichter Stahlbauweise zwischen die Steinmassen eingehängt, klimatisch durch Glaswände getrennt. Nebenräume sind in Massivbauweise (Stahlbeton), innerhalb der Steinschüttungen versteckt oder durchdringen diese röhrenförmig.
    Der Innenraum des Besucherzentrums entfaltet sich durch die Gegensätze der Materialisierung. Kontrastierend zu den eindrücklichen Anhäufungen des rohen Materials als primäre Szenografie, sind Träger der Ausstellungskommunikation fast immateriell: multimediale Technik, Projektionen auf Glas, Textilien, Flachbildschirme usw. Undurchsichtig und schwer die einen, die anderen transparent und leicht. Sie evozieren den Kontrast zwischen den titanischen Anstrengungen, die Materie zu durchdringen um Verbindung zu schaffen, und der luftgleichen Leichtigkeit zeitgenössischer Kommunikation.
    Bauherrschaft: AlpTransit Gotthard AG / Wettbewerb: 2001  1.Rang / Kosten: ca. 10 Mio CHF / Ausführung: 2001-2003

    Fotos: Yves André